ANTWORTEN-KATALOG

Unsere Antworten zum von der Gemeinde Kleinblittersdorf übermittelten Fragenkatalog.
Sollten auch Sie eine Frage haben, können Sie uns gerne über das Kontaktformular anschreiben.

 

1. WIE VIELE ANTEILE SOLL EIN BÜRGER ERWERBEN DÜRFEN?

Die Kommune hat das Gestaltungs- und Mitspracherecht. Die Maximalanzahl der zu erwerbenden Anteile pro Bürger wird also im engen Austausch von Kommune und Bürgerenergiegenossenschaft (BEG) festgelegt. Der aktuelle Vorschlag der BEG beläuft sich auf 10 bis 20 Anteile pro Mitglied und kann je nach Eigenkapitalbedarf des Projektes noch erhöht werden.

2. WAS KOSTET EIN ANTEIL?

500€/Stk.

3. GIBT ES EIN VORKAUFSRECHT FÜR BÜRGER/INNEN BLIESRANSBACH?

Die BEG plant gleichzeitig mehrere Kontingente aufzulegen.

  • ¼ aller Anteil nur für Bliesransbacher

  • ¼ aller Anteile für PLZ 66271 (ganz Kleinblittersdorf )

  • ¼ aller Anteile für Bestandsmitglieder BEG Köllertal eG

  • ¼ aller Anteile ohne Beschränkung


Damit könnten Bliesransbacher Anteile aus allen Kontingenten bekommen (nicht nur aus dem Kontingent für Bliesransbach) Für die Kontingente gibt es eine Zeichnungsfrist. Sollte innerhalb der Zeichnungsfrist nicht alle Anteile platziert worden sein, so werden alle verbliebenen Anteile ohne Kontingentbegrenzung vergeben. Sollte sich keine BEG Kleinblittersdorf gründen, übernimmt die BEG Köllertal im Rahmen der Bürgerteilhabe bis zu 75% (50% BEG Kleinblittersdorf+25% BEG Köllertal) des Projektes und gibt entsprechend Anteile aus.

4. WENN JA, WO IST DIE GRENZE?

Die BEG geht aktuell von zwei möglichen Grenzen aus:
• Größe der Ausgabetranche (alle platziert = Ende der Ausgabe)
• Max.-Anzahl Anteile der Tranche, die von einem Mitglied erworben werden kann

5. WANN WIRD DIES VERTRAGLICH FIXIERT?

Gemäß der Art des entsprechenden Genehmigungsverfahrens, erfolgt die Fixierung der genannten Rahmenpunkten entweder innerhalb des Durchführungsvertrages oder innerhalb des städtebaulichen Vertrages zwischen den Projektparteien und der Kommune. Die Fixierung erfolgt also garantiert vor einer kommunalen Genehmigung des Vorhabens bzw. ist essentieller Bestandteil.

6. WAS HAT DIE GEMEINDE DAVON (AUSSER GEWERBSTEUER)?

Klimaschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe aller und daher auch Teil der politischen Arbeit der Kommune Kleinblittersdorf. Dazu hat sich die Gemeinde Kleinblittersdorf per Beschluss vom 29. November 2011 verpflichtet, die TG-Emissionen um 95% und den Energiebedarf um 50% im Rahmen eines Umsetzungsplan zu senken sowie alle zukünftigen Beschlüsse in diesem Zusammenhang unter den Vorbehalt ihrer klimarelevanten Effekte zu stellen. Mit Hilfe dieses Projekts bieten wir der Kommune die Gelegenheit, dieser Verantwortung mit einem möglichst hohen Anteil an regionaler Wertschöpfung nachzukommen.

7. WAS HABEN DIE BÜRGER DAVON? WAS BLIESRANSBACH? BEI EINER BEGRENZUNG AUF WENIGE ANTEILE IST EIN FINANZIELLER NUTZEN BEI 2-3 PROZENT RENDITE QUASI NICHT VORHANDEN, ENERGIEAUTARK WIRD WEDER ORT NOCH GEMEINDE. WIE WIDERLEGEN SIE DAS ARGUMENT, DASS AUSSER BETREIBER UND VERPÄCHTER EIGENTLICH NIEMAND ETWAS DAVON HAT? HIER ERWARTE ICH NICHT DIE ANTWORT, ES MUSS ENDLICH JEMAND ETWAS TUN…

Die Aussage, dass 2-3 Prozent bei wenigen Anteilen kein Anreiz darstellen, können die Projektparteien nicht nachvollziehen. Die BEG Köllertal gibt aktuell eine Tranche im Landkreis Saarlouis heraus (150 Anteile insgesamt, 5 Anteile max. pro Mitglied). Diese Tranche war nach 19 h ausverkauft und ist nach vier Tagen 4-fach überzeichnet. Bei den Bürgern scheint dieses Modell der Beteiligung einen spürbaren Anreiz zu besitzen. Des Weiteren bietet dieses Projekt die Gelegenheit, den Strombedarf des Ortes bilanziell weitgehend zu decken. Erfahrungsgemäß ist es aktuell sehr schwierig, sichere Anlagemöglichkeiten zu finden, welche im Bereich von 2-3% verzinst sind. Besonders, wenn diese Verzinsung auch noch regional und „anfassbar“ geschaffen wird.

8 ZAHLEN DIE BÜRGER ÜBER IHRE ANTEILE NUR DIE 50 PROZENT, DIE SIE ERHALTEN ODER AUCH DIE 50% FÜR DRITTE? WENN NICHT, WER ZAHLT DIESE?

Im aktuellen Finanzmodell wird eine Eigenkapitalquote von 30% angenommen. Dies bedeutet, dass die BEG Köllertal, falls sich keine BEG Kleinblittersdorf gründen sollte, bis zu 75% der 30% Eigenkapital zusteuern wird. Ausschließlich dieser Betrag wird über die Genossenschaftsanteile finanziert. Die restlichen 25% der 30% Eigenkapital werden durch Greencells gestellt. Das Fremdkapital (70%) wird durch Banken bereitgestellt.

9. WÜRDE MAN DIE MODULE FÜR DIE DÄCHER BEI EINER BESTELLUNG FÜR EINE VIELZAHL VON GEBÄUDEN NICHT AUCH GÜNSTIGER BEKOMMEN? WIE SIEHT ES MIT EINEM KONZEPT FÜR DIE GESAMTE GEMEINDE AUS?

Durch die Marktposition und die langfristig aufgebauten Handelsbeziehungen zu den führenden Modulherstellern, kann die Greencells Preise anbieten, die ein kommunaler Zentraleinkäufer nicht erhalten wird. Diese Konditionen sind aber stets an eine Projektbeteiligung geknüpft. Für den Fall Kleinblittersdorf bedeutet dies, dass Greencells im Rahmen eines „Green Village“ Programms, Bürgern, welche sich genossenschaftlich am Projekt beteiligen sowie lokalen Handwerkern (Dachdecker/Elektroinstallateuren) entsprechende Module mit den verbesserten Konditionen anbieten möchte.

10. WIESO BEGINNT GREEN CELLS JETZT BEI EINEM „BÜRGERSOLARPARK“ DAMIT ANTEILE FÜR DIE EIGENEN MITARBEITER ZURÜCKZUBEHALTEN? WIESO MACHT MAN DIES NICHT BEI SEINEN WELTWEITEN INDUSTRIEPARKS?

Durch den hohen regionalen Bezug zum Hauptsitz des Unternehmens besteht eine höhere Identifikation mit dem Projekt. Des Weiteren bietet die regionale Kooperation mit der BEG diese Möglichkeit, welche bei der Veräußerung an einen internationalen Investor nicht bestehen würde. Auch die planerische und rechtliche Stabilität eines solchen Projektes in Deutschland ist prädestinierend für die Nutzung zur Mitarbeiteraltersvorsorge. Weiterhin zu erwähnen sei, dass Greencells fünf Mitarbeiter/Innen hat, welche in der Gemeinde Kleinblittersdorf mit Ihren Familien wohnen. Das heißt ca. 30 Bürger der Gemeinde sind direkt oder mittelbar mit Greencells verbunden.

11. INWIEWEIT ENTSTEHT EINE HITZEENTWICKLUNG ÜBER UND UM DIE ANLAGE?

Dazu sei an dieser Stelle eine Studie des Frauenhofer Instituts zitiert:1
Heizen dunkle PV-Module durch ihre Absorption die Erde auf?
Die Solarstrahlungsbilanz liefert einen wichtigen Beitrag zum Wärmehaushalt der Erde. Helle Oberflächen reflektieren einen größeren Teil der auftreffenden Solarstrahlung zurück in den Weltraum, während dunkle Oberflächen stärker absorbieren und damit die Erde aufheizen. Die Installation von PV-Modulen verändert den Reflexionsgrad (die Albedo) der durch sie bedeckten Erdoberfläche. Wenn PV-Module mit einem Wirkungsgrad um 18% Sonnen-energie in elektrische Energie umwandeln und zusätzlich einen kleinen Teil der Einstrahlung über Reflexion zurückwerfen, erzeugen sie (lokal) so viel Wärme wie eine Oberfläche mit ca. 20% Albedo. Asphalt weist zum Vergleich eine Albedo um 15% auf, Wiese unter 20%, Wüste um 30% (http://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php /Albedo).
Zusammen mit dem relativ geringen Flächenanteil, den PV-Module benötigen, ist der Albedo-Effekt marginal. Hinzu kommt, dass PV-Strom, der Strom aus Verbrennungskraftwerken ersetzt, die Freisetzung von CO2 reduziert und damit den Treibhaus-effekt wirksam bremst.

Zitat Dr. Harry Wirth, Director, Division Photovoltaics , Modules and Power Plants; Fraunhofer Institute for Solar Energy Systems ISE: “ Die teilweise Verschattung des Bodens durch darüberliegende Module verringert bei Sonneneinstrahlung die Bodentemperatur und die Evaporation, ein interessanter Effekt für die Steigerung der Klimaresilienz. Ich vermute, dass die Luft in Modulebene etwas wärmer und der Boden etwas kühler sein werden als vor der Montage.“

12. WO WIRD EINE AUSGLEICHSFLÄCHE GESCHAFFEN? DIESE SOLLTE IN BLIESRANSBACH BZW. DER GEMEINDE SEIN UND NICHT NUR IRGENDWO AUF DEM PAPIER AUS DEM ÖKOKONTO ABGEGRIFFEN WERDEN. GIBT ES HIER BEREITS ÜBERLEGUNGEN? WIE GROSS IST DIE AUSGLEICHSMASSNAHME, WER ÜBERNIMMT DAFÜR DIE KOSTEN?

I.d.R. wird der ökologische Ausgleich direkt auf der Fläche umgesetzt. Im Falle einer Umwandlung einer intensiv bewirtschafteten Ackerfläche in eine extensiv genutzte Grünlandfläche mit PV entsteht ein erheblicher Überschuss an Ökopunkten. Dieser könnte zum Ausgleich für Eingriffe an anderer Stelle im Gemeindegebiet eingesetzt werden.

13. WIESO ÄNDERT DIE BEG KÖLLERTAL PLÖTZLICH IHREN KURS UND GEHT AUF RIESIGE FREIFLÄCHEN? IM MÄRZ LOBTE HERR GÖTZINGER NOCH BEIM INEXIO-PROJEKT DIE VERMEIDUNG DER NUTZUNG VON FREIFLÄCHEN („SO GEHT KLIMASCHUTZ GANZ OHNE ZUSÄTZLICHEN FLÄCHENVERBRAUCH, GANZ OHNE NEUE MEGATRASSEN“), NUN ALSO MIT EINEM GLOBAL PLAYER IM INDUSTRIEFORMAT?

Die BEG Köllertal nutzt auch weiterhin gerne Dachflächen für PV Anlagen. Eine Freifläche „verbraucht“ keine Flächen, da sie keine Flächen versiegelt. Oft bieten PV-Anlagen aber Raum für die Natur (Flora und Fauna). (Blühwiesen, Rettungsinsel für Insekten, ggf. Beweidung). Gerade bei vorherlandwirtschaftlich genutzten Flächen erfolgt eine Aufwertung der Fläche durch die Chance, sich während der Betriebsdauer wieder zu regenerieren.

Dazu sei aus einer Veröffentlichung des Bundesverbandes Neue Energiewirtschaft (bne) e.V. zitiert2:
„Die Auswertung von Unterlagen zu 75 Solarparks zeigt, dass Photovoltaik-Anlagen geeignet sein können, einen Beitrag zur Förderung der Biodiversität, insbesondere in strukturarmer Agrarlandschaft zu leisten.“

Ergänzend sei außerdem an dieser Stelle wieder die Studie des Frauenhofer Instituts zitiert:

Zerstören PV-Anlagen ökologisch wertvolle Flächen?
Nein, ganz im Gegenteil. Wird eine Fläche aus der intensiven Landwirtschaft, bspw. aus dem Energiepflanzenanbau, herausgenommen, in Grünland umgewandelt und darauf eine PV-Freiflächenanlage (PV-FFA) errichtet, dann nimmt die Biodiversität grundsätzlich zu [BNE]. In PV-FFA wird nicht gedüngt, so dass weniger anspruchsvolle Pflanzen eine Chance erhalten. Die Einzäunung der PV-FFA schützt die Fläche gegen unbefugten Zutritt und freilaufende Hunde, was u.a. Bodenbrütern entgegenkommt. Weitere Verbesserungen können durch kleine Anpassungen der PV-Anlage erreicht werden. Vergrößerte Reihenabstände der Modultische, leicht erhöhte Aufständerung der Module, Einsaat von Wildpflanzenmischungen an Stelle von Grasmonokultur und behutsame Grünpflege lassen einen Biotop-Solarpark entstehen.

https://www.bne-online.de/de/presse/publikationen/artikel/studie-photovoltaik-biodiversitaet/, Seite 47
Link zur Fraunhofer-Studie:
https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/aktuelle-fakten-zur-photovoltaik-in-deutschland.pdf

14. WIE SIEHT ES MIT DER ENERGETISCHEN AMORTISATION (WANN WIRD DIE ENERGIE ERZEUGT SEIN, DIE ZUM BAU BENÖTIGT WURDE) DER ANLAGE AUS?

Aussagen hierzu trifft wieder das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme.4 In der Untersuchung “Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland” vom September 2020 beziffert das Institut die Energierücklaufzeit - d.h. das Verhältnis der Vom Solarkraftwerk bereitgestellten Energie und der für seine Errichtung benötigten Energie für europäische Betriebsstandorte auf ca. ein Jahr. Bei einer Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren ergibt sich hieraus ein Erntefaktor größer 20.

https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/aktuelle-fakten-zur-photovoltaik-in-deutschland.pdf

15. WIE LANGE BETRÄGT DIE GEPLANTE BAUZEIT?

Die geplante Bauzeit beträgt ca. 4-5 Monate, wobei in dieser Zeit keine gleichbleibende Beeinflussung (Lärm/erhöhtes Verkehrsaufkommen) der Umwelt durch die Bautätigkeit zu erwarten ist. Der Bau eines Solarparks gliedert sich grob in folgende Phasen:
• Phase 1 Flächenbegutachtung- Bodenanalyse
• Phase 2 Infrastruktur (Wechselrichter Station, Versorgungskabel. .. )
• Phase 3 Pfosten rammen - ähnlich wie bei Leitplanken
• Phase 4 Tische werden auf die Pfosten montiert
• Phase 5 Module werden montiert
• Phase 6 Anschluss

16. WO WERDEN DIE WECHSELRICHTER INSTALLIERT? WELCHE LÄRMBELÄSTIGUNG ENTSTEHT?

Die modernen Wechselrichter werden direkt am Gestell innerhalb der jeweiligen Reihe montiert. Es erfolgt daher keine zusätzliche Bodenversiegelung. Die zu verbauenden, qualitativ hochwertigen Wechselrichter sind sehr leise. Weniger hochwertige Modelle, insbesondere Wechselrichter mit Transformatoren der älteren Generation, zeichneten sich oft durch ein monotones Brummen und Summen aus, besonders in Zeiten hoher Leistung. Die lärmerzeugenden Komponenten wie laute elektrische Drosseln (Spulen) oder Lüftungsgebläse kommen aber in heutigen hochwertigen Geräten nicht mehr zum Einsatz. Moderne Wechselrichter sind lüfterlos und passiv gekühlt, sowie mit elektronischen Kondensatoren ausgestattet.

17. WER ZAHLT DIE KOSTEN DER WARTUNG, AUSTAUSCH VON WECHSELRICHTER (MEIST BEREITS NACH 15 JAHREN), MODULEN, ETC.?

Die Kosten trägt die Betreibergesellschaft, falls der Ausfall nicht durch eine Produktgarantie gedeckt sein sollte. Solche potenziellen Ausfälle werden frühzeitig auch schon im Rahmen des Finanzmodells eines Solarparks mitkalkuliert (Instandhaltungs-/Reparaturrücklage).

18. WER ZAHLT DIE KOSTEN DER ENTSORGUNG?

Alle verbauten Module sind über das Recyclingsystem PV-Cycle zu entsorgen. Somit wird sichergestellt, dass wertvolle Materialien wiederverwertet werden können. Der Rückbau der Anlage am Betriebsende obliegt dem Betreiber. Es entstehen keine Kosten für die Gemeinde/die Anwohner. Für den Fall einer Insolvenz der Betreibergesellschaft, wird bereits frühzeitig eine Rückbaubürgschaft bei der Gemeinde hinterlegt. Es besteht also keinerlei finanzielles Risiko für die Gemeinde am Ende der Betriebsdauer.

19. WIE WIRKT MAN DER STARKEN BELASTUNG DES WALDES/DER NATUR BEI DER ZUFAHRT BEIM AUFBAU UND DER SPÄTEREN WARTUNG ENTGEGEN?

Es werden überwiegend bereits vorhandene Wege genutzt. Zeitlich befristet wird zwischen Dragonerweg und dem zukünftigen Standort ein Weg angelegt, der nach Abschluss der Arbeiten zurückgebaut wird. Bei entsprechender Bodenbeschaffenheit werden dazu flexible Matten ausgelegt, um den Boden zu schützen und vorübergehend befahrbar zu machen. Diese Matten werden nach Ende der Nutzung wieder abgebaut und der Boden in seinen Ursprungszustand zurückversetzt.

20. WELCHE DATEN UND ANGABEN KÖNNEN SIE ZUR AUSWIRKUNG AUF DEN BODEN MACHEN (SCHATTENWURF UND VERÄNDERUNG DER AUFNAHME DES NIEDERSCHLAGES)?

Sowohl Sonneneinstrahlung als auch direkter Niederschlag unter den Modulen werden sinken; allerdings ist dies einerseits für die Regeneration der ehemaligen landwirtschaftlichen Fläche förderlich und andererseits sind die Rückgänge nicht so groß, dass der Boden seine Funktion einbüßt.

https://www.bne-online.de/de/presse/publikationen/artikel/studie-photovoltaik-biodiversitaet

21. WIE WIRD DIE KLIMAVERÄNDERUNG DURCH DIE ANLAGE SEIN? ICH HABE GELESEN, DASS ES BEI EINER LANGANHALTENDEN HITZEWELLE ZU EINER KLIMAVERÄNDERUNG IN UNSEREM DORF KOMMEN KANN UND SICH DIE FRISCHLUFTZUFUHR VERÄNDERT. STIMMT DAS? UND WENN ES NICHT STIMMT, FRAGE ICH MICH WIE SOLCHE GERÜCHTE ENTSTEHEN BZW. WIE DIE ENTKRÄFTET WERDEN.

Solche Änderungen sind nicht bekannt. Die unter Punkt 11 getroffenen Aussagen des Frauenhofer Instituts finden auch hier Anwendung. Darüber hinaus hat der Betreiber ein wirtschaftliches Interesse daran, dass die Anlage maximal ertragsreich betrieben wird. Dazu gehört auch eine von Anfang an geplante Belüftung der Module/Reihen. Solarmodule mögen keine Hitze, weshalb sich der Wirkungsgrad ab einer bestimmten Temperatur immer weiter verschlechtert je höher die Temperatur steigt. Ein durch die Anlage verursachter Hitzestau wäre also auch aus wirtschaftlicher Sicht ein großes Problem.

22. WERDEN TATSÄCHLICH TIERE ZUR BEWEIDUNG EINGESETZT? WENN JA, WIE IST DER STAND?

Der Park wird entsprechend geplant. Falls es im Rahmen der Genehmigung als zulässig erachtet wird, kann eine Beweidung mit Tieren entsprechend umgesetzt werden. Denkbar wäre auch die Fläche als Blühwiese weitgehend sich selbst zu überlassen und nur zwei Mal im Jahr zu mähen.

23. ES GIBT VIELE OFFENE DACHFLÄCHEN. WÄHREND DER BESPRECHUNG AUF DEM HARTUNGSHOF WURDE ERWÄHNT, DASS MAN GGF. DEN BÜRGERN DIE MÖGLICHKEIT BIETEN MÖCHTE, GÜNSTIG SOLARELEMENTE FÜR DIE DÄCHER KAUFEN ZU KÖNNEN. DIE BÜRGER MÜSSEN SICH JEDOCH UM MONTAGE USW. SELBER KÜMMERN (DACHDECKER/ELEKTRIKER) WIE SOLL DAS ORGANISIERT WERDEN UND WER WÜRDE DIE BÜRGER BETREUEN UND BERATEN?

Greencells würde im Rahmen der Projektrealisierung den Bürgern, welche nachweisbar Mitglied der Genossenschaft sind, Zugang zu hochwertigen Modulen zu attraktiven Preisen (Großkundenrabatt) ermöglichen. Der Bürger würde die Kosten der Module und des Einbaus tragen (örtlicher Dachdecker/Elektriker, Wertschöpfung vor Ort).

24. DER BAU SOLLTE ANGEBLICH IM WINTER ERFOLGEN, UM DIE WANDERWEGE AM WENIGSTEN ZU BELASTEN. DAS IST AUS MEINER SICHT EIN IRRGLAUBE. DIE WEGE WERDEN BEI UNS ZU ALLEN JAHRESZEITEN GUT GENUTZT UND IM WINTER WÜRDEN DIE SCHÄDEN DURCH DIE FAHRZEUGE BEI WEITEM GRÖSSER, WEIL DER BODEN DURCH FEUCHTIGKEIT VIEL WEICHER IST. WIE SEHEN SIE DAS?

Nach den derzeitigen Planungen ist eher von einem Bau im Frühjahr und Sommer auszugehen, so dass die befürchteten Schäden durch Fahrzeuge nicht in diesem Ausmaß entstehen werden. Die Anfahrt über Waldweg sind nur 700m im Staatsforst Saarbrücken. Dazu wird es eine entsprechende Absprache mit der Stadt erfolgen

25 WIEVIEL GELD WIRD FÜR DIE BÜRGERBETEILIGUNG BEREITGESTELLT?

Ausgegeben werden soll der Eigenkapital-Anteil, den die BEG Köllertal an der Betreibergesellschaft halten wird.
Bsp.-Rechnung:

• Anlagen-Wert: 12 Mio. €
• Anteil BEG-Köllertal: 25 %
• EK-Anteil: 30 %
• Wert eines BEG-Köllertal-Anteil: 500 €

Anz. Anteile =
= 12.000.000€ * 0,25 * 0,30 / 500 €
= 1.800 Anteile werden ausgegeben

26. WIRD DIE BÜRGERBETEILIGUNG VERTRAGLICH VON DER BEG VERSCHRIFTET? WENN JA, WANN?

Entsprechend der Art des entsprechenden Genehmigungsverfahrens, erfolgt die Fixierung der genannten Rahmenpunkten entweder innerhalb des Durchführungsvertrages oder innerhalb des städtebaulichen Vertrages zwischen den Projektparteien und der Kommune. Die Fixierung erfolgt also garantiert vor einer kommunalen Genehmigung des Vorhabens bzw. ist essentieller Bestandteil.

27. KÖNNEN NACH DER GENEHMIGUNG DES BAUVORHABENS AUCH DIE BÜRGER DER GESAMTEN GEMEINDE KOSTENGÜNSTIG PV-MODULE MITBESTELLEN, WER ORGANISIERT DAS?

Sowohl Bürger, welche eine Mitgliedschaft in der projektbeteiligten Bürgerenergiegenossenschaft nachweisen können als auch entsprechende regionale Fachunternehmen erhalten Zugriff auf kostengünstige PV Module. Die Organisation obliegt allein Greencells.

28. IM MASTERPLAN KLIMASCHUTZ DER BIOSPHÄRE WIRD EINE FREIFLÄCHENANLAGE NICHT EMPFOHLEN, WIE VERHÄLT SICH DAS PROJEKT MIT DEN GRUNDSÄTZEN DER BIOSPHÄRE?

Freiflächensolaranlagen sind im Masterplan 100% Klimaschutz als eine Säule zum Ausbau der Erneuerbaren Energien herausgestellt worden. Allerdings wurden dabei landwirtschaftliche Flächen nicht intensiv betrachtet, weil zum Zeitpunkt der Erstellung des Masterplans 2014 landwirtschaftliche Flächen nach dem damaligen EEG nicht förderfähig waren. Dennoch trifft auch der Masterplan hierzu Aussagen: “Es ließe sich ein größeres Potenzial realisieren, wenn auch die landwirtschaftliche Vorrangfläche mit in Anspruch genommen werden könnte. Eine Umwandlung von landwirtschaftlicher Vorrangfläche ist möglich, sollte jedoch die Ausnahme bleiben”.

29. NACH DEN RICHTLINIEN DES BIOSPHÄRENRESERVATES SPIELT DER NATURSCHUTZ EINE BEDEUTENDE ROLLE, WELCHE MASSNAHMEN SIND/KÖNNEN BEI DEM PROJEKT AUF DER VORGESEHENEN FLÄCHE UMGESETZT WERDEN UND DEN ANSPRÜCHEN EINES UNESCO-BIOSPHÄRENRESERVATES ALS MODELREGION GERECHT WERDEN?

Klimaschutz und Naturschutz sind kein Gegensatz. Im vorgesehenen Projekt wird eine intensiv genutzte Ackerfläche durch eine stark extensiv bewirtschaftete Grünlandfläche mit teilweiser 
Finale Version, Stand 12.11.2020
Antworten-Katalog Bürger-Solarpark Hartungshof
Nutzung für Photovoltaik ersetzt. Durch die mögliche Anlage von Blühwiesen oder eine extensive Beweidung können Klimaschutz und Naturschutz zusammenspielen, insofern ein Modell- und Leuchtturmprojekt im UNESCO-Biosphärenreservat Bliesgau.

30. WER HAT DIESE FLÄCHE ALS PV-VORRANGGEBIET AUSGEWÄHLT, WO WURDE DAS BESCHLOSSEN?

Die Auswahl der PV Vorrangflächen erfolgt auf landesplanerischer Ebene und ist damit ein übergelagerter und unabhängiger politischer Planungsschritt.

31. BESTEHT DIE MÖGLICHKEIT FÜR ANDERE GRUNDSTÜCKSEIGENTÜMER, AUF IHREM EIGENTUM IN DER FREIEN LANDSCHAFT EINE PV-ANLAGE ZU BAUEN?

Die Ermittlung von Potenzialflächen für Freiflächensolaranlagen ist vom saarländischen Wirtschaftsministerium in einem aufwändigen und langwierigen Abstimmungsprozess mit den anderen Behörden erfolgt. Die Gebietskulisse ist damit von der Landesplanung vorgegeben. Zudem ist eine Realisierung nur über ein kommunales Bauleitverfahren möglich. Insofern besteht für andere Grundstückseigentümer keine Möglichkeit, in der freien Landschaft PV-Anlagen zu errichten.

32. SIND WEITERE ANLAGEN IN DER GEMEINDE KLEINBLITTERSDORF GEPLANT?

Nach derzeitigen Stand sind keine weiteren Freiflächenanlagen in der Gemeinde Kleinblittersdorf geplant. Gegen eine Realisierung spricht auch die sehr heterogene Eigentumsstruktur und die starke Parzellierung an anderen möglichen Standorten. Ohnehin ist die Gemeinde Herr des Verfahrens. Ohne Bebauungsplan kann keine weitere Anlage umgesetzt werden.
Außerdem ist die Netzkapazität mit der Umsetzung eines 25MWp-Projektes weitestgehend erschöpft und es bleibt nur noch die Möglichkeit für Dachanlagen.

33 WO SIND WEITERE PROJEKTE AUSSERHALB KLEINBLITTERSDORFS, ABER IM BIOSPHÄRENRESERVAT GEPLANT?

Enter your answer to the question here. Make sure the writing is clear and concise, and helps visitors get the support they need in the most efficient way. Consider elaborating with examples or visual aids to ensure all users fully understand the information.

34. EINE ÜBERPRÜFUNG DES FLIESSENDEN VERKEHRS IN DER ESCHRINGER STRASSE HAT EIN HOHES AUFKOMMEN VON ÜBER 7000 FAHRZEUGEN INNERHALB EINES MONATS ERGEBEN, WAS EINE ENORME BELASTUNG FÜR DIE ANWOHNER DARSTELLT, DARIN SIND DIE FAHRZEUGE AUS DEM BEREICH HASSELBERG UND DEN GROSSEN REBEN NICHT BERÜCKSICHTIGT. DER BAU DIESER ANLAGE LÄSST EINE NOCH HÖHERE VERKEHRSBELASTUNG DURCH BESUCHER VERMUTEN, WIE SOLL DAS VERHINDERT ODER GEREGELT WERDEN?

Während des Baus wird durch ein Traffic-Management, welches Teil der Baugenehmigung ist, sichergestellt, dass die Beeinflussung so klein wie möglich gehalten wird. Durch die Anfahrt über den Dragonerweg ist eine Mehrbelastung des Ortskerns ausgeschlossen. Nach Anlieferung der Hauptkomponenten wird das Verkehrsaufkommen wieder spürbar abnehmen. Im Betrieb wir es quasi keinen Regelverkehr zum Solarpark geben. Es müssen weder Rohstoffe zur Energieerzeugung kontinuierlich angeliefert werden, noch bedarf der Betrieb einer permanenten Anwesenheit von Anlagenführern vor Ort. Die Betriebsparameter können per Fernwartung kontrolliert werden. Nur bei so festgestellten Problemen muss jemand tatsächlich zur Anlage fahren. Mit einem gesteigerten Besucheraufkommen ist ebenfalls nicht zu rechnen.

35. IST DORT EINER BESUCHERPLATTFORM ODER EINE ANDERE TOURISTISCHE NUTZUNG GEPLANT, WIE Z.B. AN DER PV-ANLAGE AM FLUGHAFEN ENSHEIM?

Nein. Falls dies von politischer Seite gewünscht sein sollte, kann darüber aber gerne noch gesprochen werden.

36. WO WIRD DIR GEWERBESTEUER BEZAHLT, AB WELCHEM JAHR IST WELCHER BETRAG ZU ERWARTEN?

Die Gewerbesteuer wird am Sitz der Betreibergesellschaft abgeführt. Die Betreibergesellschaft wird in Bliesransbach angesiedelt sein. Innerhalb des besten Szenarios fällt über die gesamte Betriebsdauer des Bürger-Solarparks Hartungshof Gewerbesteuer in Höhe von insgesamt 1,7 -2,3 Mio. € an. Der erste Anteil davon wäre mit dem finanziellen Ende des ersten Betriebsjahres zu erwarten.

37. WER REPARIERT DIE BESCHÄDIGTEN WEGE? WAS WURDE DIESBEZÜGLICH BEREITS SCHRIFTLICH FIXIERT MIT DEN JEWEILIGEN EIGENTÜMERN?

Die Anfahrt durch den Staatsforst ist zwingend an eine schriftliche Übereinkunft mit der Landeshauptstadt Saarbrücken gebunden, in welcher auch dies geregelt wird. Für Beschädigungen ist die Betreibergesellschaft verantwortlich.

38. SIE HABEN ERWÄHNT, DASS NATÜRLICH NICHT GEPLANT IST, SÄMTLICHE „GRÜNEN“ FLÄCHEN ZUZUPFLASTERN. WIE SOLLEN WIR RATSMITGLIEDER BEIM 2. ODER 3. ANTRAG ARGUMENTIEREN, DASS ES JETZT NICHT MEHR ERLAUBT IST?

Eine PV-Anlage versiegelt, wie oben bereits erwähnt, nicht den Boden, weshalb die Begrifflichkeit des Zupflasterns nicht zutreffend ist. Das Erreichen eines signifikanten Klimaziels für die Kommune käme man mit diesem Projekt deutlich näher. Alles weitere bzgl. Ausbau von Freiflächen-PV wäre zwingende Entscheidung/liegt in der Hoheit der Gremien. Die hier beplante Fläche ist des Weiteren prädestiniert für diese Nutzung.

39 VERDIENEN FRÜHERE ODER AKTUELLE MANDATSTRÄGER DER GEMEINDE AM BAU DIESER ANLAGE BZW. AN DER PLANUNG? HIER GAB ES VERSCHIEDENE AUSFÜHRUNGEN IHRERSEITS BZGL. ANSTELLUNG, ETC.

Kein aktueller oder früherer Mandatsträger hat eine Beteiligung an oder befindet sich in einem Angestelltenverhältnis mit einer der Projektparteien. Holger Fuchs ist freischaffender Know-How Lieferant für Projektierung und Entwicklung und war in dieser Funktion in der Vergangenheit für Greencells tätig. Ob Herr Fuchs im Rahmen dieses Projekts als externer Ingenieur eingesetzt wird, steht zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest. Sollte tatsächlich eine zukünftige Beauftragung als externer Ingenieur stattfinden, würde diese auf Grundlage der branchenüblichen Ingenieursvergütungen erfolgen.

40. AUF DER VORGESEHENEN FLÄCHE STEHEN DREI NEU- UND HOCHWERTIGE ANSITZEINRICHTUNGEN, MIT EINEM MATERIAL- UND BAUWERT VON MIND. 10.000 €, DIE NICHT MEHR DORT GENUTZT WERDEN KÖNNEN. WER ÜBERNIMMT DEN AB- UND UMBAU ODER DIE KOSTEN?

Ein schadloses Umsetzen der Ansitzeinrichtungen auf Kosten der Projekt-/Betreibergesellschaft ist grundsätzlich selbstverständlich machbar. Gerne dazu Rücksprache mit der örtlichen Jägerschaft

41. IST EIN WILDWECHSELKORRIDOR VORGESEHEN?

Nein, für Niederwild lassen sich aber entsprechende Maßnahmen problemlos und gerne umsetzen, falls dies von der entsprechenden Behörde (LUA) für sinnvoll erachtet wird.

42. DURCH DIE BEBAUTE FLÄCHE GEHEN ETWA 10 % DER KERNJAGDFLÄCHE VERLOREN UND SOMIT VERMINDERT SICH DER PACHTWERT DES LAUFENDEN PACHTVERTRAGES. WER ÜBERNIMMT DIE KOSTEN?

Die Gemeinde selbst hat keinen Verlust und Herr Kessler (Hartungshof) wird dem betroffenen Pächter selbstverständlich entsprechend entgegenkommen.